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Geschichte

Gründungsgeschichte

Von einigen gewitzten Männern wurde im Jahre 1906 zur Pflege und Förderung des Brauchtums die Narrhalla Dunningen gegründet. In diesen frühen Jahren war Dunningen ein ausgesprochenes Bauerndorf. Das Klima prägte die Leute, die von einem harten Schlag waren, zur rauen und ehrlichen Herzlichkeit. In der Oberamtsbeschreibung steht geschrieben: "Das Klima der hochgelegenen, den Winden sehr ausgesetzten Gemarkung ist rau, auch schädliche Fröste kommen vor [...] deshalb will auch das Obst nicht richtig gedeihen. [...] Doch die Äpfel die früher geerntet wurden, waren wie die Leute und das Klima, so auch der daraus gewonnene Most, welcher als Hausgetränk galt." Durch diese Anverwandtschaft von Leut' und Äpfeln wurde uns der Spitzname "Holzäpfel" zugedacht.

Den Namen "Holzäpfel" hat sich nun die Narrhalla über die närrischen Tage zugelegt und seitdem nennt man Dunningen auch über die Fasnet "Holzäpfelhausen". In Zusammenhang mit dem Holzäpfel wurde dann 1928 ein Holzäpfelkleid entworfen, aber wegen den schlechten Jahren 1929-1935 blieb es beim Entwurf, da einfach die finanziellen Mittel fehlten. Zehn Jahre später war es dann soweit. An der Fasnet 1938 sah man zum erstenmal zwei Holzäpfelkleidle in sehr primitiver Ausführung auf der Strasse. Doch wiederum sollte es nicht sein, denn der Krieg 1939-1945 und die nachfolgenden schlechten Zeiten ließen alles beim Alten. Im Jahre 1949 fing zwar die damalige Narrhalla ihr buntes Fasnettreiben wieder an, doch an das Narrenkleid des Holzäpfel traute sich keiner ran. Erst zur Fasnet 1957 wurde wieder ein Musterkleid vorgelegt, das einen sehr guten Anklang fand. Im darauffolgenden Jahr brachte dann Bildhauer Edgar Ginter das Symbol zum Durchbruch, denn mit der Vorstellung von sechs neuen Holzäpfelkleidle wurde der Grund für eine bodenständige Fasnet gelegt.

Maske und Narrenkleidle

Die Maske ist in der Zwischenzeit ein Prachtexemplar eines Holzäpfelgesichtes. Die Maske hat nicht nur einen Stiel, sie hat auch Stil. Bildhauer Professor Erich Hauser, der damals in Dunningen wohnte und arbeitete legte 1964 in stilprägender und schöpferischer Weise an den Holzäpfeln Hand an. Erich Hauser hat nicht nur die ersten von Holzbildhauer Hans Maier gefertigten Masken weiterentwickelt, er hat auch den Stil und die Gestaltung der Narrenkleider wesentlich mitbestimmt. Mit Stolz auf diese schöpferische Leistung und mit Bedacht auf die weitere Pflege dieses Brauchtums sollte sich jeder Gedanken machen und somit auch seine Freude daran haben. 

Besonderheiten der Dunninger Fasnet

Am Fasnetsonntag nach dem Großen Holzäpfelsprung wird auf dem Dorfplatz und anschließend in der Festhalle die "Lichtputzschere" vorgetragen. Bei der Lichtputzschere handelt es sich um eine Übermittlung von Narrenstückle in Form gemalter Bilder im Großformat. Mitglieder des Elferrates tragen dazu in Versform die Begebenheiten vor, die sich die Einwohner von Dunningen das Jahr über geleistet haben.

Am Fasnetdienstag, besucht ein Teil der Kleidlesträger alle Alten, Kranken und betttlägrigen Gemeindemitglieder in Dunningen und bringen ihnen Wurst und Wecken. Nebenbei erzählen sie Ihnen, was in Holzäpfelhausen über die Fasnet und natürlich auch während des Jahres so alles an lustigen Begebenheiten geschehen ist. Ebenfalls am Fasnetdienstag werden um 17.00 Uhr die Holzäpfel gemoschtet. Auf einer überdimensionalen fahrbaren Moschte werden die Kleidlesträger symbolisch zu Most verarbeitet, das bedeutet, dass für die Holzäpfel die Fasnet vorbei ist.